Häufige Fragen zur wide awake Chirurgie (WALANT)

Obwohl die wide awake Chirurgie viele potentielle Vorteile bringt, ist sie noch nicht sehr verbreitet. Dies hat unter anderem auch mit der (unbegründeten) Angst vor gefäßeinengenden Substanzen in den Fingern zu tun. Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie hier.

Diese Webseite kann und will in keinem Fall eine persönliche Beratung durch einen Arzt ersetzen. Entscheidungen zu medizinischen Behandlungen müssen immer im Einzelfall nach einer persönlichen Untersuchung getroffen werden.

Obwohl in vielen medizinischen Lehrbüchern nach wie vor anders dargestellt, sind Verlust von Fingern oder deren Anteilen absolute Raritäten, die meist auf anekdotische Fälle aus dem frühen 20. Jahrhundert zurückzuführen sind. Bereits 2005 wurde eine Serie von über 3000 Adrenalininjektionen in Finger und Hände ohne einen einzigen Verlust veröffentlicht. Zudem gibt es zahlreiche Berichte über versehentliche Injektionen von Adrenalin in die Finger bei der Behandlung von akuten allergischen Anfällen. Obwohl die dort eingesetzte Menge an Adrenalin die bis zu 200fache Konzentration aufweist, kam es in keinem einzigen Fall zu einem Fingerverlust. Sollte es doch einmal zu einer anhaltenden Durchblutungsstörung kommen, so kann die gefäßverengende Wirkung des Adrenalins durch ein Gegenmittel in kurzer Zeit aufgehoben werden. An unserer Klinik war dies jedoch auch nach mehreren hundert Operationen in dieser Technik noch nie notwendig.

Nein, durchschnittlich ordnen die Patienten den Schmerz beim Einspritzen in die Finger mit etwa 3 auf einer Skala von 0 bis 10 (0: kein Schmerz, 10: maximaler Schmerz) ein. Danach ist die Operation in aller Regel vollkommen schmerzfrei.

Verwendet wird ein Gemisch aus einem Betäubungsmittel und Adrenalin. Dieses ist als Fertigpräparat erhältlich und wird jeden Tag tausendfach z.B. in Zahnarztpraxen verwendet.

Dies ist eine sehr schwierig zu beantwortende Frage, da Verbesserungen der Ergebnisse aufgrund der Vielzahl von möglichen Einflussfaktoren nur sehr schwer wissenschaftlich zu beweisen sind. Wir glauben jedoch, dass es auch für einen erfahrenen Operateur bei Operationen an den Sehnen einen Vorteil bringt, die Gleitfähigkeit und Stabilität der Sehnennähte durch Mitarbeit des Patienten zu überprüfen.

Die Indikation kann und darf nur einem persönlichen Gespräch gestellt werden. Grundsätzlich gibt es medizinische Gründe, die gegen die Verwendung von Adrenalin sprechen, z.B. bei bestimmten Herzrhythmusstörungen und dem Vorliegen eines grünen Stars (Glaukom). In jedem Fall ist eine individuelle Überprüfung durch den behandelnden Arzt unerlässlich.

Grundsätzlich ist die Methode für alle Wahleingriffe in Bereich der Hand und Finger geeignet, solange aus medizinischen Gründen nichts gegen die Verwendung des Betäubungsmittels spricht. Nach unserer Erfahrung gibt es jedoch 2 Umstände, bei denen die wide awake Technik ungeeignet sein kann: Einerseits kann es bei voroperierten Händen aufgrund starker Vernarbungen Schwierigkeiten geben, wenn sich das Medikament nicht im Gewebe verteilen kann. Andererseits sollte die Anwendung bei bereits durchblutungsgestörten Finger kritisch überprüft werden.

Solange es sich um einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt, übernehmen sowohl gesetzliche als auch private Kassen die Kosten des Eingriffs auch in wide awake Technik.